Beste Zeit

Ein Film über Freundschaft, über Liebe und das Erwachsenwerden. Also eine klassische Coming-of-Age Geschichte, angesiedelt in der ländlichen Provinz nahe München. Auf dem Land, wo der Alltag der Jugendlichen noch dadurch bestimmt wird, den Eltern bei der täglichen Arbeit zu helfen, oder der Frage, wie man abends in die 15 km entfernte Discothek kommt.

Die beiden Hauptcharaktere sind Kati und Jo, zwei Freundinnen, die von ihrer Zukunft träumen. Kati hat schon konkrete Pläne, da sie sich für einen Schüleraustausch in Amerika qualifiziert hat. Jo hingegen will ihr Glück in der Heimat suchen. Und so müssen sich die beiden Mädchen mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass sich ihre Wege möglicherweise bald für eine längere Zeit trennen werden. Da Kati auch noch mit einem Jungen aus der Nachbarschaft anbandelt, verkompliziert sich die Situation nochmals und Kati bekommt Zweifel, ob sie überhaupt nach Amerika gehen soll.

Wer in der Stadt aufgewachsen ist, dem muss die Szenerie von Beste Zeit befremdlich vorkommen. Wer wie ich, vom Land kommt, der wird sich in vielem wiederfinden. Das Lebensgefühl eines kleinen bayerischen Dorfes wurde gut eingefangen. Hinzu kommt der Dialekt. Ich mag Filme mit bayerischem Dialekt, vor allem natürlich wenn sie so gut sind wie dieser hier. Die Art miteinander zu reden mag sicherlich für Auswärtige auch seltsam anmuten. Das typische “Basst scho” ist da noch das offensichtlichste Beispiel. “Host mi” ist auch noch ein gutes und fällt auch relativ oft im Film.

Man mag sich als Stadtmensch auch schnell die Frage stellen, wie man das Leben auf dem Land eigentlich ertragen kann. Die Antwort ist ganz einfach: Man gewöhnt sich dran und man kennt es schließlich nicht anders. Und mal davon abgesehen, so übel ist es eigentlich nicht, wenn man sich mit Menschen umgibt, mit denen man gerne zusammen ist. Das zeigt der Film auch sehr schön.

So hat mich Beste Zeit wirklich mehr als positiv überrascht. Fernab von jedem Teenagerklischee hat Marcus H. Rosenmüller einen kleinen, feinen Film gemacht, der sich wirklich sehen lassen kann. Die Probleme des Erwachsenwerdens, die fast jeder selbst erlebt hat, werden gut und mit dem nötigen Feingefühl dargestellt. Hinzu kommen zwei hervorragende Hauptdarstellerinnen. Ich mochte die beiden Hauptcharaktere wirklich sehr gerne, Anna Maria Sturm und Rosalie Thomass haben die beiden Teenager sehr gut verkörpert. Kann es kaum erwarten die Fortsetzung Beste Gegend zu sehen. Habe zwar schon gehört, dass die Geschichte wohl weniger authentisch, dafür mehr konstruiert sein soll, aber dennoch möchte ich mehr von den beiden Mädchen sehen.

Zum Schluß möchte ich noch eine Szene aufschreiben, die mir wirklich ans Herz gegangen ist. Wer den Film noch sehen will, sollte vielleicht jetzt nicht mehr weiterlesen, es wird ein wenig gespoilert!

Gegen Ende des Films, als Kati im Begriff ist abzureisen, verabschiedet sie sich zunächst mit einer innigen Umarmung von ihrer Familie, dann von ihrer besten Freundin Jo. Kurz bevor sie in den Bus steigen will, dreht sie sich nochmal um, läuft zu ihrem Vater und umarmt diesen ein weiteres Mal. Eine sehr ergreifende Szene, da es zuvor mit dem Vater Reibereien gab und das Verhältnis zwischen den beiden während des ganzen Films angespannt war.

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When you're strange

Wie hier nachgetragen läuft der Film nun tatsächlich hier in der Nähe (naja, was heißt Nähe: 80 km entfernt, aber in der bayerischen Provinz muss man das Wort “Nähe” einfach anders definieren). Ich habe mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen und bin gleich am ersten Vorstellungstag ins Kino gegangen.

Was mir am besten gefallen hat, war definitiv, dass Tom DiCillo auf Aussagen von Zeitzeugen und Experten verzichtet hat. Der komplette Film besteht aus Originalaufnahmen (teils bisher unveröffentlichtes Material) aus der damaligen Zeit. Dadurch wirkt der Film unheimlich authentisch und man wird ab der ersten Minute zurückversetzt in die 60er Jahre. Aus dem Off hört man immer wieder eine bekannte Stimme, die von Johnny Depp. Er fungiert als Erzähler und bringt uns die Geschichte der Doors nahe.

Wer immer schon mal ein Doors-Konzert erleben wollte: Näher wird er nicht herankommen.

So steht es hier und dem kann ich nur zustimmen. Der Film gewährt großartige Einblicke in die Konzerte der Doors, außerdem sieht man die Band bei Aufnahmen im Studio.

Zu den Konzerten ist noch zu sagen, dass ich teilweise gedacht habe, wie schlecht das damals organisiert gewesen sein muss. In einem Ausschnitt sieht man beispielsweise, wie die Bandmitglieder durch das Publikum hindurch mussten, um auf die Bühne zu gelangen. Was für Robby Krieger, Ray Manzarek und John Densmore noch einigermassen gut zu bewältigen war, stellte für Jim Morrison schon ein etwas größeres Problem dar. Er musste von etlichen Polizisten abgeschirmt werden um sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen.

Es gäbe noch soviel zu erzählen zu diesem Film, aber es ist einfach zu heiß um noch einen klaren Gedanken zu fassen. Daher verweise ich auf Fremdliteratur. Der oben verlinkte SZ-Artikel ist z.b. schonmal eine gute Grundlage (und auch wesentlich besser formuliert wie mein Geschreibsel hier) um sich über den Film zu informieren.

Im Zusammenhang, ob nun Jim Morrison nur ein weiterer Rock Star war, der tief gefallen ist, fiel gegen Ende dieser Satz, mit dem ich schließen möchte:

To burn out you have to be on fire first.

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Trailer: When you`re strange

Tom DiCillo, den ich wegen Filmen wie Living in Oblivion oder Box of Moonlight sehr verehre macht eine Dokumentation über eine meiner Lieblingsbands, The Doors. Wenn das nicht mal eine gelungenen Kombination ist. Der Film ist am vergangengen Donnerstag hier in Deutschland angelaufen, wird hier in der Provinz aber natürlich nirgens gezeigt. Dann verlinke ich wenigstens den Trailer.


Quelle: Youtube

Nachtrag 13.07.: Ab Donnerstag läuft der Film tatsächlich im nächstgelegenen (nur schlappe 75 km!) Programmkino. Werde ich mir nicht entgehen lassen. Soviel steht fest!

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Zurück in die Zukunft wird 25

Bei dem ganzen Fußballtrubel übersieht man beinahe wichtige filmhistorische Daten. Heute vor 25 Jahren kam Zurück in die Zukunft in die amerikanischen Kinos. Grund genug sich die Filme mal wieder anzusehen.

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Eastwood. Clint Eastwood.

Wenn ich gestern schon seinen Geburtstag vergessen habe, verlinke ich heute wenigstens den dazugehörigen SZ-Artikel.

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Tracey Fragments

Tracey Fragments ist wieder einer dieser ungewöhnlichen Filme, welche man nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Da wäre zum einen ein durchaus eigenwilliger, gleichzeitig aber sehr gut umgesetzter Stil. Der Film arbeitet nämlich durchgehend mit Splitscreentechnik. War bis dato der erste Streifen, der mir untergekommen ist, der dieses Stilmittel über die ganze Laufzeit anwendet.
Desweiteren bekommt man die Geschichte nicht linear erzählt. Ist mittlerweile sicherlich nichts außergewöhnliches mehr, fügt sich hier aber derart gut ein, dass es auf jeden Fall erwähnt werden muss.

Funktionieren kann so ein Film aber definitiv nur mit einer starken Hauptrolle, hier fantastisch gespielt von Ellen Page. Ich habe an der Frau seit Juno einen Narren gefressen, von daher mag meine Meinung nicht sonderlich objektiv sein, aber was sie hier abliefert ist schlicht grandios. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der sie nur mit einer Decke bekleidet im Bus sitzt und einen Monolog in die Kamera spricht. Das ist derart eindringlich gespielt, ja beinahe unheimlich.

Man möchte meinen der Film wäre auf Dauer ziemlich anstregend, aufgrund der angesprochenen, permanenten Splitscreens. Dem ist aber nicht so. Es ist hier wirklich gelungen, dies so umzusetzen, dass es eben nicht anstrengend wird. Zugute kommt dem auch eine perfekt angesetzte Laufzeit von knapp 80 Minuten.

Der Film kommt ohne Frage auf meine Wunschliste fürs DVD-Regal.

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Liebes Super RTL Team

Es wäre mir ein großes Anliegen, wenn Ihr anstatt am Freitagabend 4 Folgen von “Der Prinz von Bel-Air” und am Samstagabend 4 Folgen von “Golden Girls” zu zeigen, mal wieder die großartige Serie “Wunderbare Jahre” ins Programm nehmt. Ich bin mir sicher, dass treue Prinz von Bel-Air und Golden Girls Fans auf jeweils eine Folge pro Woche verzichten können. Zumal Wunderbare Jahre doch auch eine schöne Serie ist und außerdem schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr im deutschen Fernsehen zu sehen war.

Und da es Wunderbare Jahre immer noch nicht auf DVD gibt (im Gegensatz zu beiden erstgenannten) wäre eine Wiederholung im TV sicher ein großer Erfolg.

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